Veröffentlicht am März 11, 2024

Das Deutschlandticket ist weit mehr als nur ein Sparticket – es ist Ihr Schlüssel zu bewusster Entschleunigung und echten Mikroabenteuern.

  • Es geht nicht darum, möglichst schnell anzukommen, sondern die Reise selbst als Erlebnis zu begreifen.
  • Strategische Planung (Pufferzeiten, Fahrradwahl, Gepäck) ist entscheidend für ein stressfreies Abenteuer im Regionalverkehr.

Empfehlung: Planen Sie Ihre nächste Reise nicht nur nach dem Ziel, sondern vor allem nach der Qualität der Reiseerfahrung, die Sie unterwegs sammeln können.

Der Drang nach neuen Horizonten, das Bedürfnis, dem Alltag zu entfliehen – und doch ist das Budget oft begrenzt. Das Deutschlandticket verspricht hier die ultimative Freiheit: für nur 49 Euro das ganze Land erkunden. Viele stürzen sich Hals über Kopf in überfüllte Züge zu den bekanntesten Hotspots und finden sich im gleichen Stress wieder, dem sie entkommen wollten. Man hakt Ziele auf einer Liste ab, aber das Gefühl von Urlaub, von echter Erholung, will sich nicht einstellen.

Die üblichen Ratschläge beschränken sich oft auf das Offensichtliche: die richtige App nutzen, früh aufstehen, ein Lunchpaket schnüren. Doch was, wenn der Schlüssel zu unvergesslichen Tagesausflügen nicht in der Effizienz, sondern in der bewussten Entschleunigung liegt? Was, wenn die wahre Magie des Deutschlandtickets erst dann zum Vorschein kommt, wenn wir aufhören, es als reines Transportmittel zu sehen, und anfangen, es als Werkzeug für eine neue Reise-Philosophie zu begreifen?

Dieser Artikel bricht mit der reinen Zielfixierung. Stattdessen geben wir Ihnen eine Strategie an die Hand, mit der die Reise selbst zum Ziel wird. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Tücken des Regionalverkehrs nicht als Hindernis, sondern als Teil des Abenteuers annehmen. Von der cleveren Planung von Umstiegen über die Wahl des richtigen Gepäcks bis hin zur Entdeckung verborgener Perlen abseits der Touristenmassen – Sie werden lernen, das Deutschlandticket so zu nutzen, dass sich jeder einzelne Ausflug wie ein kleiner, erholsamer Urlaub anfühlt.

In den folgenden Abschnitten finden Sie eine Sammlung praxiserprobter Strategien und inspirierender Ideen. Wir haben die wichtigsten Fragen gebündelt, die sich jeder abenteuerlustige Bahnreisende stellt, und liefern Ihnen die passenden Antworten für Ihr nächstes Mikroabenteuer.

Warum ist die Schwarzwaldbahn schöner als jeder Intercity-Flug?

In einer Welt, die von Geschwindigkeit besessen ist, scheint der Flug die logische Wahl. Doch die wahre Qualität einer Reise misst sich nicht in Stunden, sondern in Eindrücken. Ein Flug ist ein Sprung, der die Landschaft übersieht; eine Fahrt mit der Regionalbahn ist eine Erzählung, die sich Meter für Meter entfaltet. Nirgendwo wird dies deutlicher als auf Strecken wie der Schwarzwaldbahn. Abgesehen von der ökologischen Vernunft – eine Bahnfahrt emittiert nur einen Bruchteil der Schadstoffe eines Fluges, denn laut Daten des Umweltbundesamts sind es 36 kg CO2 pro 1000 km mit der Bahn gegenüber 201 kg mit dem Flugzeug – bietet sie ein unbezahlbares Gut: die Perspektive.

Die Deutsche Bahn selbst bewirbt die Schwarzwaldbahn als eine der schönsten Strecken Deutschlands, und das aus gutem Grund. Anstatt über den Wolken zu schweben, gleiten Sie durch tief eingeschnittene Täler, überqueren historische Viadukte und durchfahren 39 Tunnel, die sich durch die Berge bohren. Jeder Tunnelmund gibt den Blick auf ein neues Panorama frei. Der Abschnitt zwischen Hornberg und St. Georgen ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und ein Fest für die Augen. Reisende, die diese Strecke erlebt haben, geben einen entscheidenden Tipp: Setzen Sie sich in Fahrtrichtung Konstanz auf die rechte Seite. Dort entfaltet sich die ganze Pracht der Täler und Sie werden Zeuge eines Naturschauspiels, das Ihnen in 10.000 Metern Höhe für immer verborgen bliebe.

Diese Art des Reisens ist eine bewusste Entscheidung für die Entschleunigung. Es ist die Erkenntnis, dass das Ziel nicht nur ein Punkt auf der Landkarte ist, sondern die Summe der Erlebnisse auf dem Weg dorthin. Eine Fahrt mit der Schwarzwaldbahn ist kein reiner Transport, es ist der erste Tag Ihres Urlaubs.

Wie planen Sie Umsteigezeiten so, dass Sie trotz DB-Verspätung entspannt ankommen?

Die grösste Angst jedes Bahnreisenden mit dem Deutschlandticket ist der verpasste Anschlusszug. Die knappen Umsteigezeiten im Regionalverkehr können eine sorgfältig geplante Tour schnell in eine Stresspartie verwandeln. Die Lösung liegt jedoch nicht darin, auf komplexe Routen zu verzichten, sondern in einer Mentalitätsänderung: Betrachten Sie Umsteigezeit nicht als verlorene Zeit, sondern als geplante Pause. Wir nennen es das Puffer-Prinzip – eine Strategie, die Gelassenheit garantiert.

Anstatt die schnellste Verbindung mit acht Minuten Umstiegszeit zu buchen, wählen Sie bewusst eine Verbindung mit 45 oder 60 Minuten Aufenthalt in einem interessanten Bahnhof. Nutzen Sie den DB Navigator nicht nur zur Routenplanung, sondern als strategisches Werkzeug. Aktivieren Sie die „Reise merken“-Funktion, um bei Verspätungen sofort Push-Benachrichtigungen zu erhalten und Ihre Pufferzeit mental anzupassen. Die Echtzeit-Reisevorschau zeigt Ihnen genau, wo sich Ihr Zug befindet, und nimmt dem Ungewissen seinen Schrecken. So verwandelt sich die Angst vor der Verspätung in die entspannte Gewissheit, dass Sie genügend Zeit haben.

Ein geplanter Pufferaufenthalt ist eine Einladung, den Bahnhof als Teil des Erlebnisses zu entdecken. Anstatt auf dem Bahnsteig zu frieren, geniessen Sie einen Kaffee in einem Bahnhofscafé, stöbern in der Buchhandlung oder vertreten sich einfach die Beine. Diese strategische Gelassenheit ist der wahre Luxus des Slow Travel.

Reisende geniessen Kaffee in einem gemütlichen Bahnhofscafé während einer geplanten Umsteigezeit

Wie das Bild zeigt, kann eine Umsteigezeit zu einem Moment der Ruhe und des Genusses werden, anstatt zu einer Quelle von Stress. Es ist ein aktiver Schritt, die Kontrolle über den eigenen Reise-Rhythmus zurückzugewinnen. Mit diesem Ansatz wird selbst eine gemeldete Verspätung von 20 Minuten mit einem Schulterzucken quittiert, denn Sie haben ja noch 40 Minuten Puffer.

Ihr Aktionsplan für eine verspätungssichere Bahnfahrt

  1. Pufferbahnhöfe identifizieren: Listen Sie alle Umsteigebahnhöfe auf Ihrer Route auf und prüfen Sie, welche davon angenehme Aufenthaltsmöglichkeiten (Café, Bäckerei, Wartebereich) bieten.
  2. Verbindungen mit Puffer wählen: Suchen Sie in der App gezielt nach Verbindungen mit mindestens 45 Minuten Umsteigezeit an Ihren ausgewählten Pufferbahnhöfen.
  3. Digitale Helfer aktivieren: Aktivieren Sie in der DB Navigator App die Funktionen „Reise merken“ und den digitalen Reisebegleiter für Echtzeit-Infos.
  4. Alternativrouten prüfen: Recherchieren Sie vorab, ob es alternative Regionalverbindungen gibt, falls ein Anschluss doch einmal ausfallen sollte. Notieren Sie sich die nächste Abfahrtszeit.
  5. Plan B geniessen: Definieren Sie für jeden Pufferbahnhof eine kleine Aktivität (z.B. eine lokale Spezialität kaufen, ein kurzes Kapitel im Buch lesen), um die Wartezeit als Gewinn zu verbuchen.

Fahrradkarte oder Faltrad: Wie nehmen Sie Ihr Rad kostenlos und stressfrei mit?

Das Fahrrad am Zielort dabei zu haben, verspricht ultimative Freiheit und Flexibilität. Doch die Fahrradmitnahme im deutschen Regionalverkehr ist ein Dschungel aus Regeln, Kosten und potenziellen Konflikten. Während eine Fahrradkarte oft unumgänglich scheint, gibt es eine elegantere und durchweg kostenlose Lösung, die viele Reisende übersehen: das Faltrad. Es gilt im zusammengeklappten Zustand nicht als Fahrrad, sondern als Gepäckstück und kann daher jederzeit und ohne Zusatzkosten mitgenommen werden.

Die Regelungen für normale Fahrräder variieren drastisch zwischen den Verkehrsverbünden. Im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) ist die Mitnahme werktags zu den Stosszeiten (6-9 Uhr und 16-18 Uhr) komplett ausgeschlossen. Ähnliche Sperrzeiten gelten im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Dazu kommt, dass die Fahrradstellplätze in den Zügen begrenzt und an Wochenenden oft hoffnungslos überfüllt sind. Die Buchung einer Fahrradkarte, die seit 2023 auch im DB Navigator möglich ist, garantiert Ihnen zwar einen Platz, schränkt aber Ihre Spontaneität ein.

Das Faltrad umgeht all diese Probleme. Es benötigt keinen reservierten Stellplatz und passt unter den Sitz oder in die Gepäckablage. So bleiben Sie auch bei vollen Zügen flexibel und müssen sich keine Sorgen um Sperrzeiten machen. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen und zeigt, warum das Faltrad für den smarten Deutschlandticket-Nutzer oft die überlegene Wahl ist.

Vergleich: Faltrad vs. Normales Fahrrad im Regionalverkehr
Kriterium Faltrad Normales Fahrrad
Kosten Kostenlos (als Gepäck) Fahrradkarte erforderlich
Sperrzeiten Keine Ja, je nach Verkehrsverbund
Platzbedarf Minimal (unter Sitz) Fahrradstellplatz nötig
Flexibilität Sehr hoch Eingeschränkt

Die Investition in ein gutes Faltrad amortisiert sich für regelmässige Bahnausflügler schnell, nicht nur finanziell durch gesparte Fahrradkarten, sondern vor allem durch den Gewinn an Stressfreiheit und Unabhängigkeit.

Der Fehler beim Sylt-Trip: Wann sollten Sie niemals in den Regionalexpress steigen?

Sylt, die Königin der Nordseeinseln, ist ein Sehnsuchtsort – und seit Einführung des Deutschlandtickets ein Paradebeispiel für die Tücken des Massentourismus. Der grösste Fehler, den Sie bei einem Sylt-Ausflug machen können, ist, an einem sonnigen Sommerwochenende morgens in Hamburg in den Regionalexpress RE6 nach Westerland zu steigen. Reiseexperten berichten regelmässig von einer extremen Überlastung der Züge, die oft zu Einlass-Stopps, chaotischen Szenen auf den Bahnsteigen und einer alles andere als erholsamen Anreise führt.

Der Wunsch, Sylt zu sehen, ist verständlich, aber die Realität des überfüllten Regionalverkehrs kann die Urlaubsstimmung zerstören, bevor sie überhaupt begonnen hat. Anstatt sich dem Stress auszusetzen, empfiehlt sich eine strategische Umorientierung. Das Deutschlandticket eröffnet Ihnen den Zugang zur gesamten deutschen Nordseeküste, die voller wunderschöner und oft weniger überlaufener Alternativen ist. Anstatt dem Hype zu folgen, entdecken Sie Orte, die ebenfalls Charme und Meeresbrise bieten, aber eine deutlich entspanntere Anreise ermöglichen.

Die wahre Kunst des Reisens mit dem Deutschlandticket liegt darin, antizyklisch zu denken oder kluge Alternativen zu wählen. Warum nicht einmal eine andere Himmelsrichtung einschlagen? Hier sind einige fantastische Nordsee-Ziele, die Sie bequem und oft ohne den Sylt-Stress erreichen können:

  • St. Peter-Ording: Bekannt für seinen 12 Kilometer langen Sandstrand, erreichbar mit dem Regionalexpress über Husum. Das Strandgefühl ist hier mindestens genauso gewaltig.
  • Büsum: Ein familienfreundlicher Küstenort mit gutem Bahnanschluss über Heide. Der grüne Deich und der Hafen laden zum Verweilen ein.
  • Cuxhaven: Bietet eine direkte Verbindung von Hamburg ohne Umsteigen und lockt mit dem UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer direkt vor der Haustür.
  • Wilhelmshaven: Oft unterschätzt, aber mit einem schönen Südstrand und maritimen Flair. Weniger überlaufen und ideal für Ruhesuchende.
  • Baltrum: Die kleinste der ostfriesischen Inseln ist ein Geheimtipp für Autofreiheit und Entschleunigung, erreichbar mit Regionalbahn und einer kurzen Fährfahrt.

Ein Ausflug an die Nordsee muss nicht zwangsläufig Sylt bedeuten. Manchmal ist das grösste Abenteuer, einen Bogen um das offensichtliche Ziel zu machen und dabei eine unentdeckte Perle zu finden.

Problemfall Rucksack: Was muss wirklich mit auf den 12-Stunden-Trip und was bleibt zu Hause?

Ein Tagesausflug mit dem Deutschlandticket ist ein Marathon, kein Sprint. Oft ist man 12 Stunden oder länger unterwegs. Die Verlockung ist gross, für alle Eventualitäten zu packen, doch ein schwerer Rucksack wird schnell zur Last und raubt Energie und Spontaneität. Die Philosophie des leichten Reisens ist hier entscheidend: Leicht reisen, mehr erleben. Jedes Gramm, das Sie zu Hause lassen, ist ein Gewinn an Bewegungsfreiheit und Komfort. Der Schlüssel liegt in einem minimalistischen, aber smarten Rucksackinhalt.

Vergessen Sie den Gedanken, alles „für den Fall der Fälle“ einzupacken. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und auf multifunktionale Gegenstände. Ein dicker Roman ist schön, aber in Funklöchern ist ein physisches Buch Gold wert – allerdings vielleicht eher ein dünnes Taschenbuch. Eine riesige Wasserflasche ist unpraktisch, eine wiederverwendbare Flasche, die Sie an den vielen kostenlosen Refill-Stationen an Bahnhöfen auffüllen können, ist die smarte Wahl. Anstatt einer schweren Winterjacke schützt eine leichte, klein verpackbare Regenjacke vor unerwarteten Schauern, ohne zur Belastung zu werden.

Die wichtigste Regel: Ihr Rucksack sollte so leicht sein, dass Sie ihn den ganzen Tag ohne Murren tragen können. Dies ermöglicht es Ihnen, spontan auszusteigen, einen Umweg zu Fuss zu machen oder einfach nur unbeschwert durch eine Stadt zu schlendern. Hier ist eine praxiserprobte Packliste für den perfekten 12-Stunden-Trip:

  • Powerbank mit min. 20.000 mAh: Ihr digitales Ticket ist Ihre Fahrkarte zur Freiheit. Ein leerer Akku bedeutet das Ende der Reise. Dies ist der wichtigste Gegenstand in Ihrem Rucksack.
  • Noise-Cancelling-Kopfhörer: Lange Fahrten in lauten Regionalbahnen können ermüdend sein. Gute Kopfhörer schaffen eine Oase der Ruhe und sparen mentale Energie.
  • Wiederverwendbare Wasserflasche: Nachhaltig und praktisch. An fast allen grösseren Bahnhöfen gibt es kostenlose Möglichkeiten zum Auffüllen.
  • Leichte Regenjacke: Wetterfester Schutz, der kaum Platz wegnimmt und Sie vor plötzlichem Regen bewahrt.
  • Kompakte Brotdose: Perfekt, um auf einem lokalen Markt frisches Obst oder eine regionale Spezialität zu kaufen und plastikfrei zu transportieren.
  • Physisches Backup-Buch: Für die unvermeidlichen Funklöcher im deutschen Bahnnetz ist ein analoges Unterhaltungsmedium unerlässlich.

Denken Sie daran: Jeder Gegenstand muss sich seine Berechtigung im Rucksack verdienen. Wenn Sie zögern, lassen Sie es zu Hause.

Warum lohnt sich die Museumscard schon ab dem dritten Besuch im Jahr?

Das Deutschlandticket ist Ihre Mobilitäts-Flatrate. Doch was, wenn Sie diese mit einer Kultur-Flatrate kombinieren? Genau das ermöglicht der Museums-PASS-Musées. Diese Jahreskarte ist der perfekte Begleiter für alle, die ihre Zugreisen mit kulturellen Entdeckungen verbinden möchten. Die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell sich diese Investition für Sie auszahlt. Auch wenn der Titel suggeriert, dass sich die Karte bereits nach dem dritten Besuch lohnt, hängt die Rechnung von den individuellen Eintrittspreisen ab. Bei hochkarätigen Museen kann dieser Punkt jedoch erstaunlich schnell erreicht sein.

Mit einem aktuellen Jahrespreis von 123 € für über 360 Museen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz mag die Anschaffung zunächst hoch erscheinen. Doch rechnen Sie nach: Ein Einzelticket für renommierte Häuser wie das Vitra Design Museum in Weil am Rhein oder das Porsche Museum in Stuttgart kostet schnell 15 bis 20 Euro. Nach drei bis vier solcher Besuche haben Sie den Preis der Karte bereits wieder eingespielt. Jeder weitere Besuch im Jahr ist dann quasi kostenlos.

Der wahre Wert entfaltet sich in der Kombination mit dem Deutschlandticket. Viele der teilnehmenden Museen, Schlösser und Gärten, insbesondere in der Oberrheinregion, sind hervorragend mit dem Regionalverkehr erreichbar. Sie können spontan entscheiden, einen Abstecher zum Museum Frieder Burda in Baden-Baden zu machen, ohne sich Gedanken über den Eintrittspreis machen zu müssen. Für Familien ist der Pass besonders attraktiv: Bis zu fünf Kinder unter 18 Jahren haben in Begleitung eines Passinhabers freien Eintritt. Das macht Kulturausflüge mit der ganzen Familie plötzlich erstaunlich erschwinglich.

Der Museums-PASS-Musées verändert die Art, wie Sie Kultur erleben. Anstatt einen Museumsbesuch als grosses, teures Event zu planen, wird er zu einem spontanen, unkomplizierten Teil Ihres Tagesausflugs. Sie können einfach für eine Stunde in eine Ausstellung hineinschnuppern, ohne das Gefühl zu haben, den vollen Ticketpreis „ab-erleben“ zu müssen. Diese Freiheit ist unbezahlbar.

Warum verursacht Ihr aktuelles Einkaufsverhalten mehr Emissionen als Ihr Auto?

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Gedanke hinter der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Mit dem Deutschlandticket leisten Sie bereits einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Doch haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass die wahre Nachhaltigkeit Ihrer Reise nicht nur von der Wahl des Transportmittels, sondern auch von Ihrem Konsumverhalten unterwegs abhängt? Die Tomaten aus Spanien oder die Äpfel aus Neuseeland im Supermarkt am Zielort haben oft eine schlechtere CO2-Bilanz als eine kurze Autofahrt, denn lange Lieferketten verursachen erhebliche Treibhausgasemissionen, wie das Umweltbundesamt bestätigt.

Das Deutschlandticket bietet Ihnen die einzigartige Chance, diesen Kreislauf zu durchbrechen und Ihre Reise zu einem wirklich nachhaltigen Erlebnis zu machen. Anstatt im Supermarkt einzukaufen, können Sie Ihre Route gezielt so planen, dass sie Sie direkt zu den Erzeugern führt. Eine Hofladen-Tour mit der Bahn ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ein authentisches kulturelles Erlebnis. Sie schmecken die Region, unterstützen lokale Bauern und wissen genau, woher Ihr Essen kommt.

Dieses Konzept lässt sich in vielen Regionen Deutschlands wunderbar umsetzen. Viele ländliche Gebiete sind besser an den Nahverkehr angebunden, als man denkt. Regionale Buslinien, die oft im Deutschlandticket inkludiert sind, bringen Sie vom Bahnhof direkt zum Hofladen. Hier sind einige inspirierende Beispiele für Ihre nächste kulinarische Entdeckungsreise:

  • Altes Land bei Hamburg: Fahren Sie mit der S-Bahn bis Neugraben und steigen Sie dort in einen der Regionalbusse um, die Sie direkt zu den berühmten Obstbauern der Region bringen.
  • Spreewald: Nehmen Sie den Regionalexpress von Berlin bis Lübben. Viele lokale Märkte, auf denen Sie die berühmten Spreewaldgurken und andere Spezialitäten finden, sind vom Bahnhof aus zu Fuss erreichbar.
  • Bodenseeregion: Das dichte Regionalbahn-Netz rund um den See verbindet unzählige Obstbauern, Weingüter und Direktvermarkter – perfekt für eine Genusstour.
  • Uckermark in Brandenburg: Fahren Sie mit dem RE bis Angermünde und nutzen Sie von dort das Busnetz, um die vielen idyllisch gelegenen Hofläden der „Toskana des Nordens“ zu entdecken.

Indem Sie Ihren Ausflug mit dem bewussten Einkauf regionaler Produkte verbinden, wird Ihre Reise zu einer ganzheitlichen, nachhaltigen Erfahrung, die weit über die reine Fortbewegung hinausgeht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Reise ist das Ziel: Bewusste Entschleunigung schlägt reine Geschwindigkeit und schafft echte Urlaubserlebnisse.
  • Strategische Planung von Puffern, Gepäck und Alternativrouten ist der Schlüssel zu stressfreiem Reisen im Regionalverkehr.
  • Das Ticket entfaltet sein volles Potenzial erst in Kombination mit lokalen Erlebnissen wie Hofladen-Besuchen oder der Nutzung einer Museumscard.

Wie reisen Sie im Schlaf nach Venedig oder Wien und sparen sich das Hotel?

Das Deutschlandticket öffnet die Tür zu fast jedem Winkel der Bundesrepublik. Doch seine Macht endet an der Grenze – oder? Nicht ganz. Mit einer cleveren Strategie kann das 49-Euro-Ticket zum entscheidenden Baustein für günstige und komfortable Reisen in europäische Metropolen wie Wien oder Venedig werden. Die Lösung liegt in der Kombination mit Nachtzügen. Doch Vorsicht, hier lauert eine wichtige Falle, die man kennen muss.

Zuerst die unumstössliche Regel, die von der Deutschen Bahn klar kommuniziert wird und die Sie unbedingt beachten müssen. Sie verhindert teure Überraschungen und Diskussionen mit dem Zugpersonal.

Das Deutschlandticket ist in Nachtzügen wie dem ÖBB Nightjet NICHT gültig.

– Deutsche Bahn, Offizielle Tarifbestimmungen

Das bedeutet jedoch nicht, dass das Ticket für Ihre Nachtzugreise nutzlos ist. Im Gegenteil: Es wird zum Herzstück der Zubringer-Strategie. Anstatt ein teures, durchgehendes Ticket von Ihrer Heimatstadt bis nach Wien zu buchen, zerlegen Sie die Reise in zwei Teile. Sie nutzen Ihr Deutschlandticket für die kostenlose Anreise bis zum Abfahrtsbahnhof des Nachtzugs (z.B. München, Hamburg oder Berlin). Erst ab dort buchen Sie das separate Ticket für den Nightjet. Diese Vorgehensweise kann Ihre Reisekosten erheblich senken. Bei Verbindungen aus dem norddeutschen Raum nach Wien kann die Ersparnis durch die kostenlose Anreise nach München bis zu 60 Euro pro Richtung betragen. Sie reisen entspannt im Schlaf an Ihr Ziel, sparen sich eine Hotelübernachtung und kommen morgens ausgeruht im Stadtzentrum an – eine unschlagbar effiziente und erlebnisreiche Art zu reisen.

Jetzt sind Sie dran: Packen Sie Ihren Rucksack, öffnen Sie die DB Navigator App und planen Sie nicht nur einen Ausflug, sondern Ihr nächstes kleines Abenteuer. Die schönsten Orte Deutschlands und Europas warten direkt vor Ihrer Haustür darauf, mit neuer Perspektive entdeckt zu werden.

Geschrieben von Johannes Richter, Landschaftsarchitekt und Umweltwissenschaftler, spezialisiert auf nachhaltiges Wohnen und urbane Ökologie. Seit 10 Jahren plant er grüne Lebensräume und berät zu Energieeffizienz im Altbau.